"Sie sangen mit grossem Ausdruck, reichlich schmückten sie den Gesang mit Mikrointervallen und bewahrten eine gleichmässige Klangfarbe, trotz der grossen Individualität der verschiedenen Stimmen. Auf das Wunderbarste und überirdisch in der Klangfarbe zeigte sich das in den Tropen innerhalb der Texte des Ordinariums: vor allem die mehrstimmige Ausführung der Sängerinnen im Agnus Dei (sehr treffend die geistlich-sinnliche Wiedergabe der Worte 'Lux lucis'). Das künstlerische Potenzial der Gruppe ist immens, nur 5 Sänger zauberten ein ganzes musikalisches Panorama aus der geistlichen Epoche der Kathedralen."

Artur Bielecki: Musikmagazin Ruch Muzyczny Nr. 10 / 2009, Breslau

Das Spezialensemble hat in alten Traktaten die Kunst der improvisierten mehrstimmigen Begleitung studiert und bietet neben ruhig atmenden Antiphonen, und rezitierenden Lektionen auch Conductus-Motetten, wie sie einst würdigsten Kultstätten der Christenheit a la Notre Dame de Paris vorbehalten waren. Dabei gibt es weit mehr zu hören als bloss den puristischen Notentext mit seinen dominierenden reinen Quinten und Oktaven: scharfe Vorhalte, sinnliche Terzen, Spreizungen des Klangraums in die Höhe und Tiefe und sogar delikate Vibratoeffekte lassen die streng gefügte Musik kaleidoskopartig schillern, glänzen, abheben. Die eine oder andere Seele fliegt mit.

Carsten Niemann: Tagespiegel, Berlin 12.04.2004

"...Das erregenste diesjährige Passionskonzert war wohl in der Sophienkirche von Berlin-Mitte zu hören. Das Vokalensemble Vox Nostra ist eine der wenigen Gruppierungen, die Hymnen, Lauden, Sequenzen und Motetten aus Gründonnerstag- und Karfreitagsliturgien und -andachtsmusiken des Mittelalters und der Renaissance direkt aus photographischen Kopien der Originalhandschriften und -drucken singen, enthalten doch diese Quellen noch die meisten Informationen über den damaligen Vortragsstil. Sicher und klar gegen ein die Musik verfälschendes wohltemperiertes Klangideal ansingend, gut durchdacht und sinnlich schön geformt, mal auch schneidend und scharf förderte das Ensemble vor allem mit zwei Motetten Ludwig Senfls umwerfende Entdeckungen zutage..."

Peter Sühring: "Konkrete Utopien - Der Alte-Musik-Frühling in Berlin" Concerto Musikmagazin 2002